Alternativer Nobelpreis
für Ibrahim Abouleish und
die SEKEM-Initiative
Der erfolgreiche Pharmakologe Dr. Ibrahim Abouleish gibt 1977 seine Karriere
in Europa auf, um in die Heimat Ägypten zurückzukehren und in
der Wüste nordöstlich von Kairo seine Vision zu verwirklichen:
Auf der Basis der biologisch-dynamischen Landwirtschaft verwandelt er
Wüstensand in fruchtbaren Boden und beginnt als Bio-Pionier in Nordafrika
den Handel mit ökologischen Lebensmitteln.
Auf dieser Grundlage entstehen unter dem altägyptischen Namen »SEKEM«
insgesamt sechs Wirtschaftsunternehmen und zahlreiche sozialkulturelle
Einrichtungen für deren Mitarbeiter: Lebensmittelverarbeitung, Textilindustrie
und Naturheilmittel erwirtschaften Gewinne, die in Bildung und Kultur
reinvestiert werden. Faire und garantierte Einkommen, medizinische Versorgung
und Alterssicherung sind selbstverständlich.
In dem Buch erzählt Ibrahim Abouleish von seiner Kindheit im postkolonialen
Ägypten, seiner tiefen Verwurzelung im Islam, der Begegnung mit dem
späteren Ministerpräsidenten Anwar el Sadat, den Studienjahren
in Österreich und der Begegnung mit der europäischen Kultur
und von seinem Entschluss, in die Heimat zurückzukehren. Packend
schildert der Autor die abenteuerlichen Anfänge des Projekts in der
Wüste und die allmähliche Realisierung seiner immer wieder vom
Scheitern bedrohten Vision, die er mit eisernem Willen gegen zahlreiche
Widerstände behaupten muss.
Staunend erleben wir mit, wie sich die Wüste allmählich in einen
blühenden Garten und die soziale Not in eine lebendige Gemeinschaft
verwandelt, in der jeder seinen Platz findet. Im letzten Teil des Buches
wird das Institutionengeflecht von SEKEM mit seinen insgesamt 2.000 Mitarbeitern
skizziert. Das Bildungsprogramm reicht von Kindergartenplätzen und
Alphabetisierungsprogrammen über Schul- und Berufsbildung bis hin
zur SEKEM-Akademie für Kunst und Wissenschaft.
»Mit der Verleihung des Alternativen Nobelpreises
an Ihr Lebenswerk wurde ein wichtiges Zeichen dafür gesetzt, dass
sich der Erfolg eines Unternehmens der Zukunft nicht in Gewinnmaximierung
alleine zu erschöpfen hat, sondern dass – wie Ihr Modell es
beweist – geschäftlicher Erfolg eng mit der sozialen und kulturellen
Entwicklung einer Gesellschaft verbunden werden kann. Die Jury hat damit
richtigerweise die Bedeutung eines erfolgreichen Wirtschaftens durch Menschlichkeit
und Zuwendung für eine bessere Zukunft unserer so oft von Gewalt
und Unmenschlichkeit gezeichneten Welt anerkannt. Ich möchte Ihnen
versichern, dass auch wir auf Sie und Ihre Leistungen stolz sind.«
BENITA FERRERO-WALDNER
Bis 2004 Bundesministerin für auswärtige Angelegenheiten in
Österreich – seither EU-Kommissarin für Außenbeziehungen
und europäische Nachbarschaftspolitik.
2005 erscheinen Übersetzungen des Buches ins
Englische und Niederländische. |