Elke Blattmann
Der Sternenhimmel und der Isenheimer Altar

120 Seiten, 60 Abb., hiervon 15 Farbtafeln, gebunden
EUR 32,00 (D) / EUR 33,10 (A) / sFr 55,60
ISBN 3-932386-83-3
 

Das astronomische Geheimnis in Grünewalds Altarwerk als Signatur unserer Kulturepoche

»Jeder findet in jedem Kunstwerk immer nur das, wozu sich seine Seele vorbereitet hat. Darin liegt die Kraft und die Unerschöpflichkeit des Kunstwerkes. Es ist auch nicht nötig, dass das Empfinden des Beschauers und der schöpferische Trieb des Künstlers sich decken, eben weil der Künstler aus der Intuition schafft und deswegen mehr sagt, als er zu sagen dachte. Darin liegt gerade das Mysterium des Schaffens.« ALEXEJ JAWLENSKY

Auf dem Auferstehungsbild des Isenheimer Altars lässt Matthias Grünewald den Heiland vor einem sternklaren Nachthimmel aufsteigen. Was spricht daraus? Soll das heißen, dass dieses Geschehen schlechthin in der Nacht stattfand? Dann könnten die gemalten Sterne frei nach künstlerischem Ermessen auf dem dunklen Grund verteilt sein. Oder stellte der Maler hier mit diesem Himmelsauschnitt eine konkrete Himmelssituation dar und gab damit einen bestimmten Zeitpunkt über einem bestimmten Erdenort an? Ständig umkreist der Sternenhimmel die Erde. Stunde um Stunde stehen andere Sterne über uns, die zu gleicher Zeit über einem anderen Erdenort in anderem Blickwinkel, in anderer Höhe zu sehen oder dem Blick entschwunden sind.
Ausführliche Betrachtungen und Untersuchungen ließen vermuten, dass Grünewald den Auferstehenden vor dem – heute noch aktuellen – Osterhimmel darstellte. Um diese Vermutung zu prüfen, wurde eine transparente Sternkarte auf das Gemälde gelegt. Ausgangpunkt waren dabei das entdeckte Sternbild Kassiopeia und der Sternenkreis über seiner linken Hand, der dem zweiten Fisch des Fische-Sternbildes entspricht. Die anderen Sternbilder auf der transparenten Sternkarte fügen sich erstaunlich harmonisch in die Komposition des Auferstehungsbildes ein. So stand am Ostermorgen hinter dem Auferstehungsbild – unsichtbar, weil von der Sonne überstrahlt – der Sternenhimmel, wie ihn Grünewald in eine reale kosmisch-irdische Situation hinein malte. Eine besondere Bedeutung kommt dabei dem Sternbild der Fische zu, das auch auf anderen Tafeln des Flügelaltars in der Darstellung verborgen zu entdecken ist. Darin liegt eine zukunftsweisende Botschaft des Künstlers: Ist doch das Fische-Zeichen die Signatur unseres Zeitalters, unserer Kulturepoche – das Zeichen unserer Zeit.


Inhalt

Einleitung

Der Sternenhimmel auf dem Auferstehungsbild

Die Altarbildtafeln
Die Kreuzigung
Die zwei Seitentafeln
Die Verkündigung
Das Engelkonzert
Die Geburt Christi
Die Auferstehung
Die Antoniusbilder
Die Versuchung des Antonius

Der geöffnete Himmel

   Der Sternenhimmel
Die Präzession
Sternenhimmel und Menschengeschichte

Methodisches

Die Sternbilder des Fische-Hauses
   Das Sternbild Fische
   Das Sternbild Phönix

Der Charakter des Fische-Hauses

Die Sternbilder des Fische-Hauses und die fünfte nachatlantische Kulturepoche

   Das Meeresungeheuer Ketos
Das Mysterium am Himmel

Christussymbole

   Der Widder
   Die Fische

Das Zeichen des Propheten Jona
Zeichen der Zeiten
Bewegungsspur der Jona-Geschichte

Der Sternenhimmel auf dem Auferstehungsbild des Isenheimer Altars

   Der kleine Sternenhaufen
Der verworfene Entwurf
Matthias Grünewalds Sternenbotschaft
Das Fischezeichen in der »Versuchung des heiligen Antonius«
Das Fischezeichen im »Geburtsbild«
Das Fischezeichen auf dem Bild der Kreuzigung
Das Kassiopeia-Zeichen

   Die Verkündigung
   Das Engelkonzert
   Antonius und Paulus
   Die Kreuzigung
   Die Auferstehung

Ausklang

Anhang

Der Sternenhimmel und die früheren Kulturepochen
Das Haus der Zwillinge
Die urpersische Kulturepoche
Die dritten nachatlantischen Kulturepochen
Das Haus des Stieres
Das Haus des Widders
Die vierte nachatlantische Kulturepoche
Das Buch Jona