»Ich
habe keinen Zweifel daran, dass jeder, der sich aufrichtig bemüht,
Meditation zu praktizieren, so wie sie in diesem Buch vielfältig
beschrieben ist, mit einem größeren Gefühl inneren Friedens
und mit Stärke belohnt wird.« DER
DALAI LAMA
Wenn man mit einer lebensbedrohenden Erkrankung konfrontiert ist, wird
man erschreckend auf die eigene Endlichkeit gestoßen. Was ist der
Sinn hinter allem? Was ist der Mittelpunkt in meinem Leben? Was man auch
tut, nur nicht den klaren Blick auf die einfache Feststellung verlieren:
Das bin ich, ob mit oder ohne Krankheit! Lausche in Ruhe! Schon immer
haben sich Menschen in die Stille zurückgezogen, wenn für sie
wichtige Entscheidungen anstanden; Zeit zum Reifen!
Patienten mit bösartigen Tumoren oder anderen chronischen Krankheiten
fühlen sich mit ihren Fragen und Ängsten häufig allein
gelassen. Von ärztlicher Seite können außer oft zerstörenden
Therapieversuchen kaum hilfreiche Angebote gemacht werden, die den Kranken
in seiner Lebenssituation unterstützen.
Wie kann man in dieser biographischen Ausnahmesituation damit umgehen,
dass das Leben anders zu verlaufen scheint als geplant?
Dieses Buch gibt keine Ratschläge, wie man den »aufgezwungenen
Kurs« verändern kann, und es verspricht auch keine »Heilung«.
Die Beiträge namhafter Meditations-Lehrer sowohl westlicher als auch
östlicher Prägung ermutigen aber Patienten und ihre Angehörigen,
den eigenen Schritten im Leben zu trauen. Sie geben – was in einer
solchen Situation von elementarer Wichtigkeit ist – konkrete Anregungen,
mit der Verunsicherung umzugehen, und leiten einfühlend an, die Achtsamkeit
den »alltäglichen Dingen« gegenüber wieder zu entdecken
und die eigene Lebensgestaltung neu zu orientieren.
Was man auch tut, nur nicht den klaren Blick auf die einfache Feststellung
verlieren: Das bin ich – ob mit oder ohne Krankheit. Lausche in
Ruhe!
Der Zen-Weg ist ein spiritueller Weg, der für jeden offen ist, gleich
welcher Rasse, Nationalität, Geschlecht oder Religions-Tradition
man angehört. Jeder kann diese unterschiedlichen Meditationen ausprobieren.
Oft sind es auch nur einzelne Sätze oder Worte, die im Patienten
etwas Ausschlaggebendes zum Klingen bringen.
Aus dem Geleitwort
»Krankheit, Leiden und Tod sind Teil
der Realität der menschlichen Existenz. Es wäre genauso töricht
vorzugeben, man sei nicht krank, wenn man es doch ist, oder man werde
niemals sterben, wie es auch töricht ist, die Möglichkeit zu
leugnen, jemals gesund zu werden.
Als menschliche Wesen wünschen wir uns alle Glück und versuchen,
Leiden zu vermeiden. Einer der Hauptgründe hierfür ist unsere
geistige Haltung. Physische Gesundheit ist eng verbunden mit der Haltung
des Geistes. Wissenschaftliche Experimente haben gezeigt, daß ein
stabiler und ruhiger Geist grundlegende physische Funktionen, wie die
Verdauung und den Schlaf, verbessert. Wenn jemand andererseits mental
erschöpft ist, dann können ihn sogar die Freunde, Komfort und
Reichtum nicht glücklich machen.
Unsere Grundeinstellung dem Leiden gegenüber entscheidet ganz wesentlich
darüber, wie wir es erfahren. Stellen Sie sich zum Beispiel zwei
Menschen vor, die einen identischen Tumor im Endstadium haben. Einzig
ihre Haltung dazu unterscheidet sie. Einer sieht den Tumor als etwas an,
das man annehmen und, wenn möglich, in eine Gelegenheit umwandeln
muss, innere Stärke zu entwickeln. Der oder die andere reagiert auf
diese Lage mit Furcht, Verbitterung und Angst vor der Zukunft. Auch wenn
allein auf der symptomatischen Ebene kein Unterschied zwischen den beiden
hinsichtlich ihrer Krankheit besteht, so gibt es doch einen wesentlichen
Unterschied bei der Wahrnehmung ihrer Krankheit auf mentaler Ebene. In
letzterem Falle kommt zum physischen Leiden noch der Schmerz des inneren
Leidens hinzu.« DER DALAI LAMA
Mit Beiträgen von
• Niklaus Brantschen
• Arndt Büssing
• Der Dalai Lama
• Dae-Haeng Keun Sunim
• Joan Halifax
• Albert Low
• Heinz-Jürgen Metzger
• Fumon S. Nakagawa
• Roland Rech
• Seung Sahn
• Randall Weingarten
• Dagmar Doko Waskönig
• Michael Wenger
• Sylvia Wetzel
Ein Mönch fragte einen Zen-Meister: »Wie
kann ich die Hitze des Sommers und die Kälte des Winters vermeiden«?
»Gehe dorthin, wo es keine Hitze des Sommers und keine Kälte
des Winters gibt«! »Und wo ist das«?, fragte der Mönch.
»Wenn es heiß ist, schwitze, wenn es kalt ist, friere«,
antwortete der Meister.
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