Peter Petersen
Der Therapeut als Künstler
Ein integrales Konzept von Künstlerischen Therapien und Psychotherapien

328 Seiten, 5 Abb., 5 Tab., Broschur
EUR 20,00 (D) / 20,70 (A) / sFr 36,10
ISBN 3-932386-38-8

»Wer nicht an Wunder glaubt, der ist kein Realist.« BEN GURION

Dieses Buch handelt vom therapeutischen Dialog zwischen dem Leidenden und seinem Therapeuten, vom therapeutischen Prozess mit der Wandlung krankhafter Strukturen, und es handelt von der Heilkraft der Kunst, wie sie in der therapeutischen Wirksamkeit sinnlicher Medien (Musik, Farbe, Form, Bewegung usw.) hervortritt: »Sinnenfreude kann gesund machen.« Die hier vorgelegten Gedanken sind ein Ansatz für eine allgemeine Therapiekunde unter anthropologischem Aspekt.
Mit dem Therapeuten als Künstler soll eine lange in Vergessenheit geratene Wahrheit ins Bewusstsein gerufen werden: Therapie ist, bei allem technischen Können, keine im üblichen Sinn wissenschaftlich begründbare Technologie, noch weniger ist sie herstellbare und abrufbare Medizintechnik, sondern Therapie ist eine aus der Intuition des Hier und Jetzt geschenkte Gabe.
Der Autor beschreibt ein übergreifendes Konzept für die heute praktizierten kunsttherapeutischen Verfahren und Psychotherapien auf der Basis seiner jahrzehntelangen Erfahrungen mit verschiedenen Ansätzen. Der Grundgedanke lautet: Die Selbstheilungskräfte anregen – Salutogenese ermöglichen. Das ganzheitliche Konzept ist dabei definiert durch den therapeutischen Dialog, den selbstregulierenden therapeutischen Prozess und die Intensivierung der Sinneserfahrung.
Das jetzt in einer überarbeiteten und um drei Kapitel erweiterte Neuauflage vorliegende Buch ist für alle Therapeuten, Ärzte, Pflegenden und Studierenden geschrieben worden, denen an einer grundlegenden Besinnung auf ihre alltägliche Berufsarbeit gelegen ist – darüber hinaus kann es für Patienten ein Gewinn sein.
Seit dem Erscheinen der ersten Auflage haben sich Künstlerische Therapien gegen alle Widerstände auch in den deutschsprachigen Ländern in erfreulicher Weise weiterentwickelt.
Diese Entwicklung scheint auch quantitativer Natur zu sein: Es bildeten sich mehr und mehr Ausbildungsinstitute, die auch ihre speziellen Methoden und Techniken darstellten, so dass ein abschließender detaillierter Überblick (mit Anschriften, Studienzeiten, Abschlüsse etc.) über Ausbildungsstätten und -möglichkeiten in Deutschland, den Niederlanden, Österreich und der Schweiz ebenso neu aufgenommen wurde wie die Kapitel über Ausbildung, Forschung und eines über die Heilkraft der Sprache.

 

Inhalt

Erster Teil
Der Therapeut und sein Patient
Strukturen der therapeutischen Beziehung und Ethos des Therapeuten

Übertragen und Begegnen im therapeutischen Dialog
Warum und für Wen? • Therapie – Akt des Dienens • Übertragen: die gefesselte Beziehung • Begegnen: die offene Beziehung • Epilog: Tiefenpsychologie und der Prozess der Begegnung

Der Therapeut als Begegnender
Therapeut und Patient: Diener und Leiderfahrender • Begegnen • Wandlung im Elend

Gefährte meines Leidens
Was heißt Gefährte, und was heißt Leiden? • Gefährte verdrängten Leidens • Gefährte umkämpfter Bewusstheit • Leiden wird Gestalt zwischen Dir und Mir

Strukturen therapeutischen Handelns, Manipulation und therapeutischer Dialog
Der Manipulator in mir • Der häßliche Mensch – mein Leiden als Begleiter • Beziehen und Begegnen • Wandlung – ein Geschenk • Pfauenschlag und Salz der Erde – Isolation und Integral

 

Zweiter Teil
Der therapeutische Prozess
Phasen der Wandlung und Strukturen integraler Therapie

Aspekte integraler Therapie
Wie gliedern sich verschiedene Therapiemethoden in das Konzept von integraler Therapie? • Welche Regelmäßigkeiten im Verlauf von Therapien lassen sich bei verschiedenen Therapiemethoden beobachten?

Zwei integrale Therapiebegriffe, dargestellt an der Therapie eines psychosomatisch Kranken
Eine Therapiegeschichte des Wandels von Schmerzhaftigkeit und Aggressivität

Politik des runden Tisches und Grundstrukturen integraler Therapie
Politische Herausforderung • Streit und Frieden zwischen therapeutischen Weltanschauungen – von der Polemik zur Synopsis • Sechs Aspekte eines integralen Konzeptes von Therapie und ihre Fehlbildungen • Zusammenfassung

 

Dritter Teil
Heilkraft der Kunst
Sinnliches Wahrnehmen und Leiblichkeit – Gebiete der Therapie

Kunst und Therapie – Ansätze und Notwendigkeit
Warum kann Therapie nicht nur bei der medizinischen Wissenschaft angesiedelt bleiben? • Wieso ist Kunst notwendig für Therapie – warum kann Therapie nicht auch ohne Kunst existieren?

Der Therapeut als Künstler
Könner seines Handwerks • Wissender um das Kranksein • Gefährte meines Leidens • Mittler der Heilung • Gestalter von Gemeinschaft

Eros und Sprache – zur Bedeutung zärtlicher Worte in der Therapie
Abwehr und Schutz • Tasten und Lächeln • Verzicht und machtvolles Ereignis in der Begegnung • Zärtliche Worte sind Brückenbauer

Meine Erfahrungen mit Leib- und Bewegungstherapie in der Psychosomatik
Eingliederung: Jede bewegungstherapeutische Schule ist wesentlich • Die eigene Befindlichkeit erspüren • Einen Körper haben, aber meine Bewegung sein • Neurotische Strukturen verhindern die Verleiblichung • Kräfte intensivieren und differenzierte Bewegungsstrukturen verleiblichen • Rhythmus und Herzmitte • Integrale Therapie und Kunst

Dieser kleine Funken Hoffnung
Verdichteten Sprache als Konzentrat einer Psychotherapie • Gedichte Jeanne Rosenhags aus der Psychotherapie sexueller Gewalt • Intensiviertes, perspektivefreies Wahrnehmen • Einige Aspekte der verdichteten Sprache

Ausbildung für Künstlerische Therapeuten
Wofür bildet sich der Künstlerische Therapeut aus? • Einige allgemeine Aspekte der Ausbildung • Ausbildungsstätten • Hinweise zur Qualität der Ausbildungsstätten

Forschung Künstlerischer Therapeuten
Auftrag und Wirklichkeit insbesondere im Hinblick auf Menschenbild, Wissenschaftsbegriff und qualitative Forschung • Paracelsus, ein evolutionärer Vorläufer künstlerisch-therapeutischen Forschens • Kunsttherapeutische Forschung ist grundsätzlich action research • Wissenschaftsbegriff, Menschenbild und Ziele Künstlerischer Therapien können die Heilkunde evolutionieren